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Donnerstag, 22. September 2011
Artikel in der Schwäbischen Zeitung vom 22.09.2011

Tüftler:Herzstück liegt in der Entwicklung

Gegen die Laser-Messsysteme der Firma Zoller + Fröhlich aus Wangen haben Verbrecher keine Chance

 

Von Rolf Dieterich

WANGEN - Es war nicht die sprichwörtliche Garage. Aber die Räumlichkeit, in der die Erfolgsgeschichte der Wangener Firma Zoller + Fröhlich GmbH (Z + F) 1963 ihren Anfang genommen hat, kann es an urigem Charme mit der Garage leicht aufnehmen: Es war ein Kohlenkeller. Dort hatten die ehemaligen Schulkameraden Hans Zoller und Hans Fröhlich – der eine kam von der Mechanik her, der andere war Elektromeister – mit dem Bau von Schaltschränken begonnen. Den ersten Auftrag erhielten sie von der Maschinenfabrik Weingarten, bei der Hans Fröhlich zuvor beschäftigt gewesen war. Bald konnten auch weitere Kunden gewonnen werden. Das Geschäft ließ sich so gut an, dass der Kohlenkeller schnell zu eng wurde. Bereits 1964 wurde der Betrieb in ein Gewerbegebiet am Rande von Wangen verlagert.

Auch das Produktprogramm erfuhr noch in den 1960er-Jahren eine entscheidende Erweiterung. Der Elektromeister Fröhlich, er war ein schwäbischer Tüftler, wie er im Buche steht, hatte sich oft geärgert, dass sich die einzelnen Kabeldrähtchen allzu leicht verbogen und es dadurch auch immer wieder zu Stromschlägen kam. Er dachte über eine Verbesserung nach, und was dabei herauskam, war die sogenannte Aderendhülse, mit der es möglich wurde, Draht berührungsgeschützt und mit entsprechender Isolierung anzuschließen. Diese Erfindung ließ Hans Fröhlich weltweit patentieren, und das Geschäft mit den Hülsen lief sehr gut. Als jedoch nach 20 Jahren der Patentschutz endete, überschwemmten Chinesen praktisch über Nacht den Markt mit diesem Produkt.

Heute Weltmarktführer

Solche Konkurrenz geduldig zu ertragen, war aber Hans Fröhlichs Sache nicht. Er entwickelte eine Maschine, welche die Aderendhülse automatisch und in normgerechter Verpressung auf den Draht bringt. Nicht zuletzt dank dieser Maschine, bei der Z + F heute Weltmarktführer sei, habe man auch den Hülsenabsatz stabilisieren können, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Christoph Fröhlich im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Mehr als eine Milliarde Aderendhülsen produziere sein Unternehmen jedes Jahr, was einem Weltmarktanteil von rund einem Drittel entspreche. Christoph Fröhlich, Sohn des inzwischen verstorbenen Firmenmitgründers, war nach seinem Studium der Automatisierungstechnik 1994 in das väterliche Unternehmen eingestiegen, und er brachte eine zündende Idee mit. Im Rahmen seiner Doktorarbeit hatte Fröhlich eine Laserkamera zur Steuerung von Fahrzeugen entwickelt. Diese Erfahrung ließ bei dem Juniorchef den Gedanken reifen, bei Z + F ein neues Geschäftsfeld, die Lasermesstechnik, aufzubauen. So geschah es auch. Noch Anfang der 1990er-Jahre wurde ein erstes Lasersystem zur Tunnelvermessung entwickelt. Heute sind die Z + F-Systeme zur schnellen Geometriemessung in vielfältigster Weise im Einsatz. Dazu ein paar Beispiele: Die Internationale Atomenergiebehörde überprüft mit den Geräten aus dem Allgäu, ob neue Kernkraftwerke die strengen Vorgaben erfüllen. In Amerika wird das gesamte U-Bahn-System regelmäßig mit Z + F-Lasertechnik vermessen, um eventuelle Schadstellen rechtzeitig aufzuspüren. Vermessen wurden auch weltberühmte Baudenkmäler wie der Kölner Dom oder die Khmer-Tempelanlagen in Kambodscha. Weitere Anwendungsgebiete der Laser-Systeme von Zoller + Fröhlich sind Messungen zur Entwicklung von Evakuierungsplänen für Großveranstaltungen und nicht zuletzt der Einsatz am „Tatort“. So können mithilfe dieser Geräte schwerste Verbrechen – wie der Amoklauf in Winnenden – bis ins kleinste Detail rekonstruiert und für die Beweissicherung archiviert werden.

Christoph Fröhlich erinnert sich, dass er mit seiner Idee dieser Laseranwendung zunächst als „Spinner“ belächelt wurde. Davon kann freilich längst keine Rede mehr sein. Bei diesem Produkt handle es sich heute um einen „Riesenmarkt“, an dem sich auch viele potente Wettbewerber tummelten. Aber der Wangener Pionier sieht sein Unternehmen nach wie vor in der Technologieführerschaft auf diesem Gebiet und auch in einer starken Marktposition. Die Lasertechnik ist laut Christoph Fröhlich mit 35 Prozent am Gruppenumsatz von rund 36 Millionen Euro (davon gut zwei Drittel Export in die ganze Welt) beteiligt. Die Aderendhülsen steuern ebenfalls 35 Prozent bei, die Maschinen etwa 20 Prozent und die Schaltschränke knapp zehn Prozent.

100 Patente gehören der Firma 

Die technische Entwicklung ist seit jeher das Herzstück der Firma Zoller + Fröhlich. Etwa 40 Prozent der knapp 200 Mitarbeiter in Wangen im Allgäu sind in der Entwicklung tätig. An die 100 Patente nennt das Unternehmen sein Eigen. Die Innovationskraft der Wangener fand auch mehrfach externe Anerkennung, so durch die Verleihung des Dr.- Rudolf-Eberle-Preises des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums und des Innovationspreises der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH. Für besondere Leistungen von Auszubildenden hat das Unternehmen auch selbst einen Preis ausgelobt.

 

Lesen Sie den Artikel in der Schwäbischen Zeitung.

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