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Zuverlässige Ausrüstung im Einsatz Laserscanner und Wüstenschiff
Dienstag, 19. Februar 2013
Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 19.02.2013

Allgäuer Technik hilft bei der Vermessung der Welt

Mit Lasern aus Wangen entsteht ein genaues Modell der Felsenstadt Petra in Jordanien - So bleibt ihre Schönheit auf ewig erhalten

 

Von Rolf Dieterich

WANGEN - Am Anfang wurde Christoph Fröhlich als „Spinner“ belächelt. Damals, Anfang der 1990er-Jahre, begann er im elterlichen Wangener Betrieb Zoller + Fröhlich mit Lasertechnik ein neues Geschäftsfeld aufzubauen. Diese Idee war sozusagen ein Mitbringsel aus seinem Studium der Automatisierungstechnik an der Technischen Universität München, wo er sich für seine Doktorarbeit mit der Entwicklung einer Laserkamera zur Steuerung von Fahrzeugen beschäftigt hatte. Die Erfahrungen mit der neuen Technologie wollte er als Juniorchef dann auch unternehmerisch verwerten. Schon sein erstes Lasersystem zur schnellen Geometrievermessung von Tunneln wurde ein Erfolg, und von „Spinner“ war da bald auch keine Rede mehr.

Die Anfänge der Lasertechnik bei der Firma Zoller + Fröhlich liegen jetzt rund zwei Jahrzehnte zurück. Inzwischen hat es die Wangener Firma zwar mit einer stattlichen Zahl von Wettbewerbern zu tun, aber Christoph Fröhlich ist sich sicher, dass sein Unternehmen nach wie vor die Technologieführerschaft auf diesem High-Tech-Gebiet hat. Denn die Lasersysteme von Zoller + Fröhlich sind längst weltweit im Einsatz. Seit vergangenem Jahr auch bei einem spektakulären Projekt, das unter Wissenschaftlern weltweit große Beachtung findet.

Kunstvoll gemeißelte Fassaden für die Ewigkeit erhalten

Eine Forschungsgruppe der Universität Kapstadt, die von dem deutschen Professor Heinz Rüther geleitet wird und seit fast zehn Jahren mit dem Projekt „Zamani“ vom Verfall bedrohte afrikanische Kulturdenkmäler vermisst, hat sich im Auftrag der Unesco und mit Unterstützung der italienischen Regierung daran gemacht, die sagenumwobene Felsenstadt Petra in Jordanien mithilfe der Laserscanner von Zoller + Fröhlich digital zu dokumentieren.

Die mehr als 2000 Jahre alte Hauptstadt des antiken Nabatäer-Reichs und eines der berühmtesten Kulturdenkmäler des Nahen Ostens mit bis zu 5000 Besuchern pro Tag ist im Laufe der Jahrhunderte durch Erdbeben, Verwitterung und Erosion massiv beschädigt und teilweise verschüttet worden. Archäologen haben in jahrzehntelanger Arbeit vieles, wenn auch längst noch nicht alles, wieder freigelegt – vor allem beeindruckende Tempel-, Gebäude- und Grabanlagen. Besonders imposant und die Hauptattraktion von Petra sind aber die kunstvoll gemeißelten monumentalen Felsfassaden.

Professor Rüther und sein Team haben nun die Aufgabe, Teile des Kulturdenkmals Petra mit dem Laserscanner zu vermessen. Das Gerät erfasst alle mindestens zwei Zentimeter großen Einzelheiten der Oberflächen der freigelegten Gebäudeteile und Felsfassaden. Die dabei gesammelten riesigen Datenmengen können zu perfekten virtuellen Modellen der Objekte verarbeitet werden. Aber was fängt man mit einem derart riesigen Datenmaterial an?

Christoph Held war früher selbst in der Forschungsgruppe von Professor Rüther und war jetzt als Mitarbeiter von Zoller + Fröhlich in Petra. Er weiß, was Geologen, Archäologen und Restauratoren mit den Daten anfangen. Es sind nicht zuletzt ganz praktische Dinge. So erkennt der Laserscanner jeden kleinen Riss in den Oberflächen und vermittelt damit wichtige Hinweise, wo sich möglicherweise bald ein Stück Stein oder Fels lösen und Schaden anrichten könnte. Das ist schon im Hinblick auf die Sicherheit der vielen Touristen wichtig, die man – wenn der Laserscanner eine solche Gefahr signalisiert – umleiten kann.

Aber es geht dabei nicht nur um die Sicherheit von Menschen, sondern auch um die Sicherung von wertvollen Objekten. Wenn die Fachleute über die entsprechenden Informationen verfügen, sind sie in der Lage, rechtzeitig konservatorisch eingreifen, bevor Stücke etwa durch den Einfluss von Regenwasser abbrechen und unwiederbringlich zerstört sind.

Eine wesentliche Aufgabe der Laser-Arbeiten in Petra und bei anderen ähnlichen Anlässen ist aber die Dokumentation. Sie dient bei späteren Restaurierungsarbeiten als absolut zuverlässige Vorlage, aber nicht nur dies. Mit Naturkatastrophen und Umweltverschmutzung, die solchen Schätzen der Menschheit erheblichen Schaden zufügen können, muss man auch künftig rechnen, auch mit mutwilliger Zerstörung durch Extremisten vom Schlage der Taliban. Man denke nur an die Sprengung der berühmten Bamiyan-Buddhas im Zentrum Afghanistans im Jahr 2001. Die steinernen Giganten gehörten zum Weltkulturerbe der Unesco. Nun sind sie unwiederbringlich zerstört.

Deshalb werden die heutigen Mittel modernster Technik auch eingesetzt, um die Schönheit dieser Kulturstätten wenigstens in einer exakten digitalen Dokumentation und in virtuellen Modellen dauerhaft für künftige Generationen zu erhalten.

Auch schon früher wurden wichtige Kulturanlagen mit Zoller + Fröhlich- Lasern vermessen, beispielsweise die berühmten Khmer-Tempelanlagen Angkor Wat in Kambodscha und auch der Kölner Dom. Aber es gibt viele weitere Anwendungen auf ganz anderen Gebieten. So prüft die Internationale Atombehörde mit Geräten aus Wangen, ob neue Kernkraftwerke den strengen Sicherheitsvorschriften entsprechen. In den USA suchen Z+F-Laser nach Schadstellen in U-Bahnen, und bei der Organisation von Großveranstaltungen liefern die Geräte die Daten für das Erstellen von Evakuierungsplänen. Auch die Kriminalpolizei bedient sich dieser technischen Möglichkeiten, wenn es darum geht, alle Einzelheiten eines Verbrechens, wie etwa des Amoklaufs in Winnenden, zu rekonstruieren und für die Beweissicherung zu dokumentieren. In Petra ist der Einsatz ihres Laser-Systems schon wegen der weltweiten kulturellen Bedeutung Petras etwas Besonderes. Um ein wirtschaftlich lukratives Geschäft handle es sich aber nicht, betont Christoph Fröhlich, sondern eher um Kultursponsoring, denn die Laser-Gerätschaft habe er der Forschungsgruppe von Professor Rüther „zur Verfügung gestellt“.

Lesen Sie den Artikel in der Schwäbischen Zeitung.

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